Zika-Virus

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Das Zika-Virus, über Jahrzehnte als selten und harmlos eingestuft, hat seit etwa 2013/14 zu einer ungewöhnlichen Epidemie geführt. Davon sind zahl­reiche Länder vor allem in Ozeanien und Südamerika betroffen. Ungewöhnlich und bislang in diesem Zusammenhang unbekannt sind aber auch die Begleit­krankheiten, die in den betroffenen Gebieten auftreten und deren Verur­sachung durch das Zika-Virus bislang nur wahrscheinlich ist. Wir wollen Sie auf der Basis des ggw. lückenhaften Wissens informieren, damit Sie Vorsichts­maßnahmen unterwegs und nach Rückkehr ergreifen können.

Das Virus wird, soweit wir wissen, auf zwei Wegen übertragen:

-     durch den Stich von Aedes-Mosquitos, auffallend schwarz-weißen, tagsüber und in der Abenddämmerung aktiven Stechmücken, und

-     durch ungeschützten Sexualkontakt vom Mann auf die Frau. Männer können noch Wochen nach ihrer eigenen Infektion infektiös sein.

 

Die möglichen Folgen einer Infektion sind sehr unterschiedlich:

-     Die meisten Infizierten (80%) merken gar nichts.

-     20% bekommen einen fieberhaften Infekt mit Kopf- und Gelenkschmerzen (betroffen sind vor allem die Hände), Bindehautentzündung und oft einem Hautausschlag.

-     Sehr selten kommt es zu einem Guillain-Barré-Syndrom, einer von den Beinen aufsteigenden Lähmung, die in variabler Höhe stehenbleibt und dann langsam wieder absteigt. Die Behandlung ist kompliziert. Eine Muskel­schwäche kann als Behinderung zurückbleiben.

-     Trifft die Infektion eine Schwangere, so kann es beim Kind zu schweren Entwicklungsstörun­gen des Gehirns und des Kopfwachstums kommen, was man als Mikrozephalie bezeichnet. Der Zusammenhang mit der Infektion ist noch nicht ganz gesichert, aber wahrscheinlich.

 

Was kann man vorbeugend tun?

-     Wer in Länder mit Zika-Verbreitung reist, muß das Risiko einer Infektion akzeptieren – kompletten Schutz, eine Impfung oder eine Therapie der Infektion gibt es nicht.

-     Schwangere sollte nicht in Zika-Verbreitungsgebiete reisen, wenn sich dies vermeiden läßt. Wer dort schwanger wird, sollte ausreisen. Dies kann schwierig sein, wenn der Arbeitgeber den Ausreisegrund nicht akzeptiert.

-     Wer in einer Schwangerschaft im Zika-Verbreitungsgebiet ist oder war, sollte das Ungeborene besonders engmaschig überwachen lassen.

-     Im Zika-Gebiet sollte man tagsüber auf schwarz-weiße Mosquitos achten. Sieht man welche, so sollte man rasch ein wirksames Insektenvertreibemittel auf alle sichtbaren Haut­partien auftragen (empfehlenswerte Wirkstoffe: DEET >20%, Icaridin = Bayrepel >10%, DMP >16%).

-     Wer z.B. mittags schlafen will, sollte dies in einem mücken­sicheren Raum (air condition oder Mosquitonetz) tun.

-     Aedes-Mosquitos brüten in einigermaßen sauberem Wasser rund ums Haus oder im Haus (s. Abb. rechts). Solche Wasser­ansammlungen sollte man ausleeren oder abdecken (z.B. den Eimer Wasser neben der Toilette). Auch Plastikmüll im Regen und Reifen sind gute Brutstätten.

-     Bei fieberhaften Erkrankungen sollte nach Möglichkeit rasch auf Zika (und andere Fieber­ursachen) testen lassen. Je früher man testet, desto aussagefähiger sind die Tests, die man machen kann (PCR aus Blut: 3 Tage, aus Speichel oder Urin: 5 Tage, danach nur Antikörper­tests, die durch Kontakt mit ähnlichen Viren verfälscht werden können).

Nach Ausreise aus dem Verbreitungsgebiet gilt:

-     Männer, die aus einem Zika-Gebiet ausreisen, sollten 4 Wochen lang bei Sexualkontakten Kondome nutzen, um die Partnerin nicht zu infizieren. Vorsicht: die eigene Infektion kann ohne Symptome geblieben sein!

-     Männer, bei denen eine Zika-Infektion nachgewiesen wurde, sollten für 6 Monate bei Sexual­kontakten Kondome nutzen.

-     Männer, die aus einem Zika-Gebiet ausreisen und mit einer Schwangeren Geschlechts­verkehr haben, sollten auch über die 4 Wochen hinaus noch Kondome benutzen. Wir wissen nicht, wann in der Schwangerschaft die Schädigung des Kindes möglich ist.

-     Nach Ausreise aus einem Zika-Gebiet sollte man mit einer Blutspende 4 Wochen warten.

Kommen Sie gesund zurück!