Sexuell übertragbare Erkrankungen

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Sexuell übertragbare Erkrankungen (sexual transmittet deseases = STD) werden von einem breiten Spektrum an Bakterien, Viren, Sprosspilzen (Candidose) und Ektoparasiten (Filzläuse) verursacht. Vor allem Gonorrhoe-, Syphilis- sowie HIV-Erkrankungen sind seit geraumer Zeit wieder im Steigen begriffen. Gegen die meisten STD stehen Antibiotika, Schutzimpfungen und weitere Präventionsmaßnahmen zur Verfügung.

I.) Ausgewählte „Bakterielle STD“

1. Gonorrhoe (Tripper)

Erreger: Neisseria gonorrhoeae
Übertragungsweg: Gonorrhoe wird fast ausschließlich durch sexuelle Praktiken übertragen. Infizierte Schwangere können den Säugling während der Geburt anstecken.
Inkubationszeit (Zeitspanne zwischen Ansteckung und Ausbruch): 2-14 Tage
Symptome:
a) Beim Mann:
Akute Beschwerden: Typisch sind Jucken und Prickeln in der Harnröhre sowie Stechen und Brennen beim Wasserlassen. Weiters sondert die Harnröhre einen zunächst schleimigen und später eitrigen gelblich-grünlichen Ausfluss ab. Unbehandelt geht die Infektion in den hinteren Harnröhrenbereich über, die hier liegenden Ausführungsgänge der Prostata, der Samenbläschen und der Samenleiter können dann miterkranken. Dies führt zu Schmerzen beim Wasserlassen, quälendem Harndrang, Blut im Urin sowie Schmerzen im Mastdarm bei Befall der Prostata. Ist der Nebenhoden betroffen kommt es zu hohem Fieber, Schüttelfrost und Schmerzen beim Gehen.
Nach 2-3 Wochen geht die Gonorrhoe in die chronische Form über: Der Ausfluss wird geringer und dünnflüssiger. Die Entzündung greift auf sämtliche abführenden Samen- und Harnwege über.
b) Bei der Frau:
Die akuten Beschwerden sind ähnlich wie beim Mann, jedoch meist wesentlich schwächer ausgeprägt: vermehrtes, schmerzhaftes Wasserlassen, Absondern von gelblich-grünem Schleim aus der Harnröhre und Gebärmutterkanal, Entzündung des Harnröhreneinganges.
Chronische Gonorrhoe: Die Erreger können aufgrund der weiblichen Anatomie leicht nach oben wandern und u. a. zu Entzündungen der Harnröhre, der Gebärmutter, des Gebärmutterhalses und der Eileiter  führen. Bei letztgenannter kommt es zu kolikartigen Unterbauchschmerzen, druckempfindlichem Bauch, Brechreiz und hohem Fieber.
Komplikationen: Unfruchtbarkeit. Die Bakterien können sich über den Blutweg im gesamten Körper ausbreiten (Blutvergiftung). Dadurch kann es zu schmerzhaften Entzündungen der Gelenke (Arthritis), des Herzens (Endokarditis), der Leber (Hepatitis) und der Gallenblase (Cholezystitis) kommen. Wird die Hornhaut des Auges infiziert, droht im schlimmsten Fall eine Erblindung.
Behandlung: Bei Verdacht auf Gonorrhoe ist umgehend ein/e Arzt/Ärztin zu konsultieren. Je rascher die Behandlung durchgeführt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Alle SexualpartnerInnen müssen untersucht und ggf. mitbehandelt werden. Nach einem Abstrich und dem Erreger-Nachweis erfolgt eine Behandlung mit Antibiotika. Wird Gonorrhoe rechtzeitig therapiert können Spätfolgen vermieden werden.
Immunität: Keine lebenslange Immunität, d.h. eine Mehrfach-Erkrankung ist möglich.
Vorbeugungsmaßnahmen: Geschützter Geschlechtsverkehr (Kondom verwenden). Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (GynäkologIn bzw. UrologIn) bzw. Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen. Bei Neugeborenen erkrankter Mütter gibt es spezielle Vorbeugungsmaßnahmen, welche der/die behandelnde Arzt/Ärztin im Bedarfsfall durchführen wird.

2. Syphilis

Erreger: Treponema pallidum
Übertragungsweg: Durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Der Erreger kann aber auch in der Schwangerschaft oder während der Geburt übertragen werden.
Inkubationszeit: Durchschnittlich drei Wochen. Sie kann aber auch zwischen 9 und 90 Tagen schwanken.
Symptome: Syphilis verläuft in mehreren Stadien:  
Stadium I: Zunächst erscheint auf der Eintrittstelle ein schmerzloses hartes Geschwür (Knötchen) und die lokalen Lymphknoten schwellen an. Beides bildet sich nach einigen Wochen spontan zurück. Das Geschwür kann eine Narbe hinterlassen.
Stadium II: Die Erreger breiten sich in weiterer Folge über die Lymphbahnen und das Blut im ganzen Körper aus. Nach etwa 8-12 Wochen treten verschiedenste Haut- und Schleimhautveränderungen auf (wie schuppige und/oder eitrige Bläschen, nässende Pusteln) und diverse Lymphknoten schwellen an. Es kommt zu Fieber, Appetitlosigkeit, Haarausfall, plötzlich auftretender Heiserkeit, Rachen- oder Kehlkopfentzündung, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen. Die Hauterkrankungen bilden sich nach einiger Zeit wieder zurück. Dieses Stadium kann 5-10 Jahre andauern. Es kommt abwechselnd zu Krankheitsausbrüchen und beschwerdefreien Intervallen. Achtung!: In den ersten beiden Stadien ist die Ansteckungsgefahr bei ungeschütztem Sexualverhalten sehr hoch!
Im Stadium III befallen die Erreger diverse Organe. Es kommt zur Zerstörung von Muskel- und Hautgewebe, Beeinträchtigung des Herz-Kreislauf-Systems (Angina pectoris, Herzinfarkt) und der Knochen.
Stadium IV: 10-20 Jahre nach der Infektion kann es zu degenerativen Veränderungen im Rückenmark (Störungen der Sensibilität, der Reflexe, Blasenfunktion und Koordination) und im Gehirn (fortschreitende Geistesschwäche, Wahnideen, geistiger Verfall) kommen.
Hinweis: Eine unbehandelte Syphilisinfektion erhöht das Risiko einer HIV-Ansteckung erheblich.
Behandlung: Bei rechtzeitiger Behandlung (d.h. spätestens in Stadium II) mit Antibiotika heilt Syphilis völlig aus. Wichtig ist, dass sich auch alle SexualpartnerInnen (ab 3 Monaten vor dem ersten Auftreten der Krankheit sowie während der Erkrankung), einer ärztlichen Untersuchung unterziehen.
Immunität: Keine lebenslange Immunität, d.h. eine Mehrfach-Erkrankung ist möglich.
Vorbeugungsmaßnahmen: Geschützter Geschlechtsverkehr (mit Kondom). Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (GynäkologIn, UrologIn) sowie Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen. Kein Nadel- bzw. Spritzenaustausch bei Drogenabhängigkeit.

3. Chlamydien (häufigste STD in Europa)

Erreger: Chlamydia trachomatis
Übertragungsweg: Durch sexuellen Kontakt. Bei der Geburt ist eine Übertragung von der Mutter auf das Kind möglich.
Inkubationszeit: Bis zu 6 Wochen.
Symptome: Eine Infektion mit Chlamydien bleibt bei gut zwei Drittel der Betroffenen unbemerkt, da sie symptomarm verläuft.
Beim Mann: Schmerzen beim Harnlassen, Hodenschmerzen, Entzündung rund um die Penisöffnung, Schleimausfluss, Bindehautentzündung.
Bei der Frau: Leichter Schleimausfluss, Schmerzen beim Harnlassen und beim Geschlechtsverkehr,  Bauchschmerzen, Zwischenblutungen, Bindehautentzündung des Auges.
Komplikationen:
Beim Mann: Entzündung des Nebenhodens oder der Prostata, Bindehautentzündung, Gelenksentzündungen (Arthritis) und Zeugungsunfähigkeit.
Bei der Frau: Gebärmutter-, Eileiter-, oder Leberentzündung, Unfruchtbarkeit, Bindehautentzündung.
Behandlung: Antibiotika
Immunität: Keine, d.h. eine Mehrfach-Erkrankung ist möglich.
Vorbeugungsmaßnahmen: Geschützter Geschlechtsverkehr (mit Kondom). Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (GynäkologIn, UrologIn) sowie Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen.
II.) Ausgewählte „Virale STD“

1. HIV-Infektion und AIDS

Erreger: Human Immunodeficiency Virus (menschliches Immunschwächevirus)
Übertragungsweg: Die Übertragung erfolgt durch Kontakt mit HIV-infizierter Körperflüssigkeit wie Blut, Samenflüssigkeit, Vaginalsekret beispielsweise bei: ungeschütztem Sexualkontakt, Verabreichung von Blut oder Blutprodukten sowie dem Gebrauch verunreinigter Nadeln & Spritzen. Die Übertragung des Virus im Zuge einer Schwangerschaft ist möglich.
Inkubationszeit: HIV-positiv zu sein bedeutet, dass im Blut der Testperson Antikörper gegen ein oder mehrere Bestandteile des HI-Virus nachgewiesen werden können. Diese Antikörper werden meist innerhalb von drei bis 12 Wochen nach einer Infektion gebildet. Ein erster HIV-Test sollte deshalb ungefähr sechs Wochen nach einem möglichen Infektionsrisiko durchgeführt und nach weiteren sechs Wochen noch mal wiederholt werden. Bis zum Ausbruch vom AIDS-Vollbild können dann noch Jahre oder gar Jahrzehnte vergehen.
Symptome/Komplikationen:
HIV-infiziert oder HIV-positiv bedeutet, dass eine Ansteckung mit dem HI-Virus vorliegt. Der/die Betroffene muss allerdings keine Beschwerden oder Krankheitsanzeichen haben. AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome, also erworbenes Immunschwächesyndrom) ist ein durch das HI-Virus hervorgerufenes Krankheitsbild. AIDS-krank oder Vollbild-AIDS bedeutet, dass Krankheitssymptome oder Folgeerkrankungen auftreten.
Akute HIV-Infektion: Fieber, Halsschmerzen, Lymphknotenschwellungen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Durchfall, Gewichtsverlust, Hautausschläge. Weil die Symptome auch bei vielen anderen, harmlosen Infektionskrankheiten vorkommen, werden sie von den meisten Infizierten nicht mit einer HIV-Infektion in Verbindung gebracht. Während der Primärinfektion bekämpft das Immunsystem die HI-Viren und der Organismus beginnt Antikörper dagegen zu bilden. Diese Antikörper sind meistens nach drei bis sechs, manchmal auch erst nach zwölf Wochen, im Blut des Infizierten nachweisbar.
Symptomfreies Stadium (Latenzphase): Nach dem Abklingen der akuten HIV-Infektion (etwa sechs Wochen bis sechs Monate nach der Virusübertragung) beginnt die Latenzphase. In diesem Stadium verspüren die HIV-Infizierten keine Beschwerden. Die Latenzphase kann, auch ohne Behandlung, deutlich mehr als zehn Jahre dauern. Je mehr Viren bei der Neuinfektion übertragen wurden, umso kürzer ist sie.
Symptomatisches Stadium: Lymphknotenschwellungen, Infektionskrankheiten, die aber nicht lebensbedrohlich sind, Nachtschweiß, Gewichtsabnahme, lang anhaltende Durchfälle.  Diese Phase kann Wochen bis Jahre dauern. In der Regel geht sie in das Vollbild der AIDS-Krankheit über.
AIDS: Fieber und Nachtschweiß, Atemnot, Husten, eventuell Brustschmerzen beim Atmen, Lungenentzündung,  Mundbrennen und Schluckbeschwerden (bedingt durch Pilzerkrankungen der Speiseröhre), anhaltende Durchfälle, deutlicher Gewichtsverlust (Wasting-Syndrom), Schuppenflechte, violette Hautflecken oder Hautknoten (Kaposi-Sarkom - eine Krebserkrankung), Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen (HIV-Enzephalopathie), Wesensveränderungen, vermindertes Sehvermögen.
Behandlung: HIV/AIDS ist nicht heilbar, aber behandelbar. Mit der so genannten Kombinationstherapie lassen sich das Virus und die Infektionen gut kontrollieren. Die unterschiedlichen Symptomerkrankungen sind ebenfalls gut therapierbar.
Vorbeugungsmaßnahmen: Geschützter Geschlechtsverkehr (mit Kondom), Gebrauch von sterilen Nadeln & Spritzen. Medizinisches Personal und alle Personen, die Erste Hilfe leisten, müssen bei Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten unbedingt Handschuhe tragen. Screening im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (GynäkologIn, UrologIn). Die allgemein gültigen hygienischen Vorschriften tragen auch zur Vermeidung einer HIV-Infektion bei.

2. Genitalherpes

Erreger: Humane Herpes-Virus Typ 2 ggf. Typ 1
Übertragungsweg: Durch sexuellen Kontakt. Kommt es im Zuge der Schwangerschaft zu einer Erstinfektion besteht die Gefahr der Virusübertragung über die Plazenta. Neugeborene können sich bei der infizierten Mutter während der Passage durch den Geburtskanal anstecken.
Inkubationszeit: Die Erstinfektion verläuft, ähnlich wie beim Lippenherpes, häufig unbemerkt. Gelegentlich kann es zu Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen kommen. Vom Ort der Erstinfektion gelangt das Virus über sensorische Nerven zum zugehörigen Nervenknoten (Ganglion) und löst dort ebenfalls eine Infektion aus. Das Virus überdauert in diesen Nerven ein Leben lang! Sobald das Immunsystem des Infizierten geschwächt ist, bricht das Herpesvirus wieder aus (Bläschenbildung).
Symptome: Zu Beginn ist die Haut gereizt, überempfindlich und juckt. Danach kommt es an den Schleimhäuten im Genitalbereich zu entzündeten, zumeist schmerzhaften Bläschen mit eitrigen, verkrusteten Belägen. Weiters können sich Ödeme (Wassereinlagerungen) und ein glasiger Ausfluss bilden. Manchmal sind die angrenzenden Lymphknoten geschwollen.
Komplikationen: In schweren Fällen kann sich Herpes von den Geschlechtsteilen auf Gesäß und Oberschenkeln ausbreiten.
Beim Oralsex ist eine Übertragung auf den Mund- und Rachenraum und bei Analsex auf den After möglich mit in der Folge blutigem Ausfluss und starken Schmerzen.
Das Zentralnervensystem und andere Organe (u. a. Leber, Lunge) können vom Virus befallen werden.
Behandlung: Je nach Schwere der Erkrankung stehen Salben, Tabletten, Injektionen oder Infusionen mit antiviralen Wirkstoffen zur Verfügung. Bei einer zusätzlichen bakteriellen Infektion ist die Einnahme von Antibiotika notwendig. Sexualpartner sollten immer mit untersucht beziehungsweise mit behandelt werden.
Immunität: Die Herpesviren verbleiben lebenslang im Körper, sodass es wiederholt zum Ausbruch einer Herpes-Infektion kommen kann.
Vorbeugungsmaßnahmen: Geschützter Geschlechtsverkehr (mit Kondom), regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (GynäkologIn, UrologIn) und Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen.
Die Herpesbläschen keinesfalls mit den Fingern berühren. Zum Auftragen einer Salbe beispielsweise ein Wattestäbchen o. ä. benutzen bzw. Einmal-Handschuhe verwenden. 

Tipp: Weiterführende Informationen enthält unser Vorsorgetipp „Fieberblasen & Co“.


3. HP-V

Erreger: Humane Papilloma Viren
Übertragungsweg: Durch direkten (Haut)Kontakt, vor allem beim Geschlechtsverkehr. Neugeborene können sich im Geburtskanal anstecken.
Inkubationszeit: Einige Wochen bis Monate (durchschnittlich drei Monate).
Symptome: Warzenbildung an Haut bzw. Schleimhaut. Sie machen sich bei Frauen vor allem durch Jucken, Brennen oder auch Schmerzen bemerkbar. Die meisten infizierten Männer zeigen keine Symptome.
Komplikationen: Manche HP-V-Typen können Gebärmutterhals-, Scheiden-, Anal- oder Peniskrebs verursachen.
Behandlung: Bislang gibt es gegen das HP-Virus noch keine antivirale Therapie! Haut- oder Zellveränderungen können chirurgisch (z. B. Konisation), durch lokale Verätzungen oder Kältetherapie sowie mittels Laser behandelt werden. Gegen Feigwarzen helfen manchmal auch spezielle Cremen.
Immunität: Ja, bei Impfung.
Vorbeugungsmaßnahmen: Impfung, geschützter Geschlechtsverkehr, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (GynäkologIn, UrologIn) sowie Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen.
Tipp: Weiterführende Informationen enthält unser Vorsorgetipp „Human Papilloma Virus“.


4. Hepatitis B

Erreger: Hepatitis B-Virus (Sehr ansteckend! Das bedeutet, dass bereits eine geringe Menge an Viren ausreicht um sich zu infizieren.)
Übertragungsweg: Der Krankheitserreger wird über das Blut oder andere Körperflüssigkeiten (Speichel, Sperma, Tränenflüssigkeit, Muttermilch) übertragen. Hierzu müssen kleine Haut- oder Schleimhautverletzungen vorhanden sein. Der Fetus bzw. das Neugeborene kann von der Hepatitis B-positiven Mutter angesteckt werden.
Inkubationszeit: Durchschnittlich 60 bis 90 Tage.
Symptome: Hepatitis B kann symptomatisch und asymptomatisch (also ohne Beschwerden - dies ist ungefähr bei einem Drittel der Betroffenen der Fall) verlaufen. Letztgenannte bleiben häufig unerkannt. Treten Symptome auf, so sind diese im Anfangsstadium unspezifisch (v. a. Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Muskel- und Gelenkbeschwerden, Druckgefühl im rechten Oberbauch, Fieber). Im Anschluss daran folgen die typischen Symptome einer Gelbsucht: Dunkelfärbung des Urins, Hellfärbung des Stuhls, Gelbfärbung der Haut bzw. der Augen (Ikterus). Häufig klagen Betroffene auch über starken Juckreiz.
Komplikationen: Leberschädigung
Behandlung: Bei akuter Hepatitis B reicht es meist aus Bettruhe einzuhalten und Medikamente oder Nahrungs- bzw. Genussmittel (z.B. Alkohol) zu vermeiden, welche die Leber belasten könnten. 80 bis 90 Prozent der Hepatitis B-Infektionen verlaufen gutartig und heilen nach kurzer Zeit wieder vollständig aus.
Geht die Leberentzündung in ein chronisches Stadium über muss sie medikamentös behandelt werden. Bei Leberversagen ist eine Lebertransplantation notwendig.
Immunität: Eine Hepatitis B-Erkrankung hinterlässt in der Regel eine lebenslange Immunität.
Vorbeugungsmaßnahmen: Impfung, geschützter Geschlechtsverkehr (mit Kondom), Kontrollen bei Blutkonserven und Blutprodukten. Schutz vor Blutkontakt für medizinisches Personal bzw. bei Erste-Hilfe-Maßnahmen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (GynäkologIn, UrologIn) sowie Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen. Rasierutensilien, Zahnbürsten etc. nicht mit anderen Personen teilen. Verwendung von sauberen Nadeln & Spritzen.
Hinweis: Hepatitis A und C können ebenfalls durch infektiöse Körperflüssigkeiten übertragen werden. Komplikationen und Vorbeugungsmaßnahmen sind ident mit jenen bei Hepatitis B. Gegen Hepatitis A ist eine Impfung möglich.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Tipp: Bestimmte „Pilzerkrankungen“ können ebenfalls durch sexuellen Kontakt übertragen werden. Auch zu diesem Thema halten wir ein Kundenmerkblatt für Sie bereit.