Homöopathie

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Die Homöopathie (aus dem Griechischen homoin (ähnlich) und pathos (Leiden) wurde vom Arzt, Apotheker und Chemiker Samuel Hahnemann (1755-1843) entdeckt.Große Dichter, berühmte Denker und Komponisten, Präsidenten, Filmstars und Sportidole – sie alle teilten durch die letzten beiden Jahrhunderte die gleiche Leidenschaft – Die Homöopathie: Goethe schrieb einen leidenschaftlichen Brief über „die Lehre dieses wundersamen Arztes“, Paganini ließ sich in Paris behandeln, Mutter Teresa wandte sie in Kalkutta an. Emily Dickinson, Charles Darwin, Auguste Renoir, Vincent van Gogh, Chopin, Schuhmann, Beethoven und viele mehr ließen sich mit ihr „sanft“ behandeln.

Die Homöopathie hat viele Vorteile: Sie stellt eine sanfte Form der Medizin dar, belastet den Stoffwechsel nur gering bzw. gar nicht, kann in jedem Lebensalter angewendet werden und ist einfach in der Einnahme.

Behandlungsmöglichkeiten

Homöopathische Arzneien geben Impulse, regen Fähigkeiten des lebendigen Organismus an, sich selbst zu regenerieren und gesünder zu funktionieren.Die Homöopathie beruht auf dem Ähnlichkeitsprinzip. D.h. wenn eine Substanz beim gesunden Menschen bestimmte Reaktionen auslöst, dann wirkt die gleiche Substanz („Simile“) beim kranken Menschen, der eben diese Symptome zeigt, heilend. Die Zwiebel z. B. kann als homöopathisches Heilmittel bei einem Schnupfen eingesetzt werden, welcher begleitet ist von tränenden Augen und einem wässrigen, wund machendem Nasensekret.

Sowohl akute als auch chronische Erkrankungen können homöopathisch behandelt werden. Welche Substanz zum Einsatz kommt ist nicht durch klinische Diagnosen festzustellen, vielmehr sind die Symptome und das Wesen (Seele) des Patienten entscheidend („Die Arzneien spiegeln den Charakter des Patienten wider“). So kann es sein, dass verschiedene Personen bei ein und derselben Krankheit unterschiedliche Heilmittel einnehmen müssen.

Positive Zeichen auf eine homöopathische Arznei können sein:

Erstverschlimmerung (zu Beginn der Einnahme kann es zu einer Verstärkung der Symptome kommen bevor eine Besserung eintritt. Der Homöopath sieht das als prognostisch günstiges Zeichen an),
Sekretion (Ausscheidung von Flüssigkeit bzw. eines Drüsensekrets) der (Schleim)Haut, Nase, Ohren oder Verdauungsorgane,
die Seele fühlt sich besser.
Eine negative Reaktion wäre, wenn man sich körperlich besser aber seelisch schlechter fühlt. Dann geht die Arzneiwirkung in die falsche Richtung, von außen nach innen.

Die homöopathische Behandlung stören können: Kaffee, Kamille, Pfefferminze, Menthol, Kampfer, Kaugummi (mit den genannten Substanzen).

Grenzen der Anwendung
Zerstörte Organe, angeborene Missbildungen, Krebserkrankungen, Diabetes, Multiple Sklerose, schwere Infektionskrankheiten (Tuberkulose, Malaria, Geschlechtskrankheiten) sowie akut lebensbedrohliche Krankheiten können nicht homöopathisch behandelt werden. Die Selbstheilungskräfte haben bei diesen Gesundheitsstörungen nicht mehr genug Stärke um auf den durch die Homöopathie gesetzten Heilreiz zu reagieren. Homöopathie kann aber in jedem Fall mit der schulmedizinischen Therapie kombiniert werden und beispielsweise Nebenwirkungen der Behandlung abschwächen.

Verdünnungsstufen (Potenzierung)

In der Homöopathie gilt ein Mittel als umso wirksamer, je stärker es verdünnt wird. Die kaum nachweisbare Menge an Wirkstoffen beinhaltet laut Homöopathie das „Gedächtnis“ der Substanz und kann aufgrund der vorhandenen Schwingungen mit dem Körpersystem kommunizieren.

Die Verdünnung geht von der so genannten Urtinktur aus. Sie wird aus Pflanzen, tierischen Produkten oder Mineralien hergestellt und anschließend in Zehnerpotenzen verdünnt. Dabei wird 1 Teil Urtinktur mit 9 Teilen Verdünnungsmittel verschüttelt (= D1 bzw. 1:10). Nimmt man von D1 wieder einen Teil und verdünnt ihn mit 9 Teilen Verdünnungsmittel erhält man D2 (1:100) etc. Zehn solcher Vorgänge entspricht dann D10.
Bei C-Potenzen wird 1 Teil Urtinktur mit 99 Teilen Verdünnungsmittel gemischt (= C1).
LM-Potenzierungen sind Verdünnungsschritte von 1:50.000.

Bei akuten, intensiven Krankheiten werden niedere Potenzen (D3-D12) verwendet. Bei chronischen Erkrankungen finden hohe Potenzen (D30 und höher) Anwendung, sie müssen aber nur jeden 2. Tag, wöchentlich oder gar nur einmalig eingenommen werden.

Arzneiformen sind z. B. Tropfen, Tabletten oder Globuli. Es gilt das Schema: 1 Tablette = 5 Tropfen = 5 Globuli. Für Säuglinge, Kleinkinder und Kinder gilt ein anderes Therapieschema – fragen Sie dazu Ihre/n Arzt/Ärztin oder ApothekerIn.

Homöopathische Mittel sollten nicht bedenkenlos eingenommen werden, da es bei unsachgemäßer Anwendung auch zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen kann.

Ausgewählte Beispiele
(betreffend Dosierung/Potenzierung wenden Sie sich an Ihre/n Arzt/Ärztin oder ApothekerIn)

Arnica montana (Bergwohlverleih): Wichtiges Mittel bei Verletzungen (Haut, Bindegewebe, Muskeln, Sehnen, Gelenken), bei physischen und psychischen Traumata sowie bei Neigung zu blauen Flecken oder Nasenbluten. Es gilt als Prophylaxemittel gegen Eiter.

Arsenicum album (Weißes Arsenic) hilft bei Brechdurchfall, starkem Sonnenbrand mit Benommenheit oder Sonnenstich, Kopfschmerzen, Übelkeit und Durchfall, Nahrungsmittelvergiftung mit Brechdurchfall, Ohnmacht, Fließschnupfen und Heuschnupfen, der sich an frischer Luft verschlimmert.

Belladonna (Tollkirsche) hat sich bei akuten Entzündungen, kolikartigen Schmerzen oder Kopfschmerzen bewährt.
Zu den vielen klinischen Indikationen gehören u. a.: Arthritis, Fieber, Fieberkrampf, Gastritis, Kopfschmerzen, Neuralgien, Bindehautentzündung, Entzündungen generell, Sonnenbrand und Sonnenstich mit Wärmebedürfnis oder Beschwerden, die durch Hitze und Schwüle auftreten.

Bryonia alba (weiße Zaunrübe) hilft bei Beschwerden, die mit stechenden Schmerzen verbunden sind wie bei z. B. grippalem Infekt, trockenem Husten (verschlimmert sich durch Wärme, bessert sich an der frischen Luft), Kolik oder Rippenprellung, rheumatischen Beschwerden, Nerven- und Gelenksentzündung, Hexenschuss mit Bewegungsunfähigkeit. Es ist auch ein gutes Mittel bei Schwindel mit Übelkeit sowie rasenden Kopfschmerzen (vor allem im Hinterkopf, aber auch Stirnkopfschmerzen).

Calendula (Ringelblume) wird auch als „homöopathisches Jod“ bezeichnet. Es hilft bei Quetsch-, Schürf- und Reißwunden der Haut sowie Schleimhaut. Verbessert auch die Wundheilung.

Chamomilla (Kamille) hilft bei Fieber, Bauchkrämpfen, Schmerzen, Ohrenschmerzen, Schlafstörungen. Sie ist vor allem eine gut bewährte Kinderarznei (bei Fieber, Schmerzen, Zahnen, Ohrenschmerzen)

Nux vomica (Brechnuss) wird bei Hexenschuss, nach Genussmittelmissbrauch (Magenverstimmung, Magenkrämpfen, Alkohol- bzw. Nikotingenuss) oder Schlafstörung durch geistige Überlastung angewendet.

Pulsatilla (Küchenschelle) kann bei Bindehautentzündung, Hodenentzündung, Magen- und Darmbeschwerden durch schweres Essen, Masern, Mittelohrentzündung, Mumps, Nebenhöhlenentzündung und Windpocken eingesetzt werden.

Silicea (Kieselsäure) hilft bei Durchfall, Fremdkörper im Gewebe (Dornen, Stachel, Splitter), Furunkeln, Kältegefühl, Nasennebenhöhlenentzündung sowie Verstopfung.

Homöopathie bewirkt nicht nur ein Verschwinden der Symptome. Sie klärt auch, was für jede/n PatientIn individuell richtig und wichtig ist und hilft danach zu leben.