Ernährung - Baby

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Ernährung im 1. Lebensjahr
Ein historischer Rückblick - nicht zur Nachahmung empfohlen: Im 17. Jahrhundert wurde angeraten, statt Fleischbrühe oder Milch, Wasser zur Breibereitung zu verwenden, was bei den Kindern u. a. zum verstärkten Auftreten von Knochendeformierungen (Rachitis) führte.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Säuglinge häufig nach "bäuerlicher Tradition" aufgezogen: Ab dem 3. oder 4. Monat fütterte man sie mit Speck- oder Kohlbrei, dem Wein oder manchmal auch andere stärkere Alkoholika ("zur Beruhigung") beigefügt wurden. Um die Kinder vor bestimmten Krankheiten zu schützen, wurden kleingemahlene Bilder von Schutzheiligen unter den Brei gemischt. Heute sieht die Ernährung vom Säugling ganz anders aus, mehr dazu auf den nachfolgenden Seiten.

Stillen - ein idealer Beginn

Zusätzliche Hinweise:

Tipps für die stillende Mutter

Die Ernährung

Weitere Tipps:

 

Die Beikost

Nach etwa 6 Monaten reicht die Muttermilch oder das Fläschchen (siehe vorne) alleine nicht mehr aus, um das Kind mit genügend Energie und Nährstoffen zu versorgen. In den ersten 4 Monaten beherrschte das Kind nur Saug- und Schluckbewegungen, doch nun ist es in der Lage mit dem Löffel zu essen. Unter Beikost versteht man flüssige, breiförmige bzw. feste Nahrung, die zusätzlich zum Stillen oder zur Säuglingsnahrung gegeben wird. Es ist Zeit für die Beikost, wenn

Beispiel für den Essensplan in den ersten 12 Monaten (kann nach dem Bedarf des Kindes und je nach Verträglichkeit variieren):

 

Die im Handel erhältlichen Fertignahrungen sind kontrolliert, hygienisch einwandfrei und nitratarm.
Bei selbstgemachten Breien ist vor allem auf die Hygiene, einwandfreie und frische Lebensmittel sowie auf die schonende Zubereitung zu achten.
Egal ob Fertignahrung oder frisch gekocht, fügen Sie kein Salz, keinen Zucker oder andere Gewürze hinzu! Verwenden Sie zum Süßen z. B. Obstmus oder eine Banane.

Nachfolgend ein paar Rezepte für unsere ApothekenkundInnen zum Nachkochen:

Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
20 - 30 g püriertes Fleisch und
90 - 100 g Gemüse (Karotten, Brokkoli, Fenchel) sowie
40 - 60 g Kartoffeln in wenig Wasser (ohne Salz) weich kochen. Mit
20 - 45 ml frisch gepresstem Obstsaft (z. B. Orange) pürieren und
1 EL Öl (z. B. Maiskeim, Sonnenblumen) unterrühren.

Milch-Getreide-Brei (etwa 200 - 250 g):
200 ml Säuglingsmilchnahrung werden mit
20 g Kinder-Getreideflocken, Schmelzflocken oder Kinder(Vollkorn)Grieß aufgekocht.
Lassen Sie das Getreide aufquellen und rühren Sie unter den festen Brei
20 ml Obstsaft oder 20 g Obstpüree (wenn möglich frisch zubereitet).

Getreide-Obst-Brei (200 - 250 g)
20 g Kinder-Getreideflocken, Schmelzflocken oder Kindergrieß werden mit
90 ml Wasser sowie
100 g Obstpüree (aus Apfel, Pfirsich, Banane oder Birne) und
1 EL Öl oder 5 g Butter verrührt.

Modifiziert nach: Forschungsinstitut für Kinderernährung, Dortmund zitiert in www.nutrichild.de

Zusätzliche Tipps:

Wenn Eltern oder Geschwister an einer Allergie leiden, besteht beim Kind ein erhöhtes Allergierisiko:

Lassen Sie Ihr Kind selber essen! Dadurch lernt es mit den Händen zu greifen, zusätzlich entwickelt es seine Selbständigkeit.

Brot ist in diesem Alter die wichtigste feste Nahrung für das Kind (Vorsicht bei Allergierisiko!). Durch das Kauen wird die Verdauung positiv beeinflusst. Brotrinde zum Kauen oder Zwieback ist gesüßten Biskotten oder Keksen vorzuziehen. Vorsicht! Es besteht jedoch die Gefahr, dass sich das Kind an einem zu großen Stück Brotrinde verschluckt.

Obstsaft, Gemüserohkost, Getreideflocken mit geriebenem Apfel können beispielsweise als kleine Zwischenmahlzeit dienen.

Wir wünschen viel Freude mit Ihrem Nachwuchs!!!