Erkältung - Kindesalter

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Erkältungskrankheiten im Kindesalter
Vater und Mutter sollten Krankheitsanzeichen möglichst früh erkennen und zwischen schweren und leichten Störungen unterscheiden können. Harmlose Unpässlichkeiten kann man selbst behandeln, bei ernsthaften Erkrankungen oder Zweifelsfällen hingegen sollte sofort ein(e) Kinderarzt/ärztin bzw. Krankenhaus/Ambulanz kontaktiert oder aufgesucht werden.

ERKÄLTUNG: Prinzipiell gilt es abzuklären, ob es sich bei der Erkrankung um eine unkomplizierte Erkältung oder um eine echte Grippe, welche durch Influenzaviren hervorgerufen wird, handelt. Eine Erkältung ist häufig begleitet von leichtem Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, Entzündungen der oberen Luftwege und Magen- Darmbeschwerden. Bei der Grippe treten ähnliche Symptome auf, diese sind aber wesentlich stärker ausgeprägt und betreffen den ganzen Körper (v.a. hohes Fieber). Weiterführende Informationen enthält unser Vorsorgetipp "Erkältung, Grippe oder Lungenentzündung".

Damit die Krankheit schneller überwunden werden kann oder erst gar nicht ausbricht, ist ein starkes Immunsystem von Grund auf notwendig (lesen Sie dazu unseren Vorsorgetipp: "Power für das kindliche Immunsystem").
Wenn sich erste Erkältungsanzeichen (ohne Frösteln!) bemerkbar machen, kann z. B. mittels ansteigendem Fußbad der Infekt vielleicht noch aufgehalten werden. (Die Füße in 35°C warmes Wasser halten. Dann langsam schrittweise heißes Wasser hinzugeben bis eine Endtemperatur von 39 - 40°C erreicht ist. Nach 10 - 15 Minuten die Füße abtrocknen und mit dicken Socken warm halten.)
Bettruhe ist insbesondere bei begleitendem Fieber ein Muss. Sorgen Sie für eine nette Atmosphäre im Kinderzimmer und legen Sie z. B. eine Musikkassette/CD mit Kinderliedern, Märchen oder Musik ein. Freunde sollten erst zu Besuch kommen, wenn keine Ansteckungsgefahr mehr besteht.
Lindenblüten- oder Holundertees, warmer Zitronensaft mit Honig oder heißer Holundersaft sollten in großen Mengen getrunken werden.
Die Begleitsymptome wie Schnupfen, Husten, Heiserkeit, Halsschmerzen und Fieber lassen sich u. a. auch gut medikamentös behandeln (siehe unten).
FIEBER: In den meisten Fällen sind Infektionen, hervorgerufen durch Bakterien oder Viren, für Fieber verantwortlich. Die Messung der Körpertemperatur sollte mehrmals täglich über einige Tage hinweg, idealerweise am Enddarm durchgeführt werden (zuverlässigeres Ergebnis als unter der Achsel). Sehr gut eignen sich dazu bruchsichere Digitalthermometer aus der Apotheke. Bei der Messung im Ohr (mit speziellen Thermometer) sind vor allem die richtige Handhabung sowie andere Messgrenzwerte zu beachten! (fragen Sie dazu Ihre(n) ApothekerIn)

Wann spricht man von Fieber?:
Untertemperatur
weniger als 36° C
 
Normaltemperatur
bis 37,5° C
 
Erhöhte Temperatur
bis 38° C
 
Fieber
ab 38° C
 
Hohes Fieber
ab 39,5° C
 
Sehr hohes Fieber
um 41° C
Unverzüglich sollten Sie eine(n) Arzt/Ärztin aufsuchen, wenn die Temperatur plötzlich über 39° C steigt, die erhöhte Temperatur länger als 3 Tage andauert oder das Fieber immer wiederkehrt.
Ziehen Sie dem(r) kleinen PatientenIn atmungsaktive Unterwäsche oder einen leichten Schlafanzug an. Sorgen Sie für Bettruhe, Frischluft und dafür, dass das Bett stets sauber und trocken ist.
Generell tut Fieber dem Körper gut, weshalb nicht sofort medikamentös eingegriffen werden muss. Neben Fieberzäpfchen und -sirup sowie Kühlpflaster für die Stirn (bei weniger als 38,5°C z. B. homöopathische Zäpfchen oder über 38,5°C rezeptpflichtge Arzneimittel verwenden) können Sie auch einen Wadenwickel (aber nur wenn die Füße und Beine heiß sind!) oder Essigsocken/-patscherl anlegen bzw. einen Fiebertee zu trinken geben (für eine Tasse 1 TL der Mischung: je 20 g Linden-, Holunder- und Spierblüten mit kochendem Wasser überbrühen, 5 Minuten ziehen lassen und abfiltern. Der Tee sollte 3 x täglich schluckweise und nach den Mahlzeiten getrunken werden - entsprechende Mischungen hält Ihr(e) ApothekerIn für Sie bereit). Lesen Sie dazu das Kundenmerkblatt "Klassische Kinderinfektionskrankheiten".
Unterstützend wirken auch Vitamin-C-hältige Fruchtsäfte z. B. aus Sanddorn, Orange, Wildkirsch oder schwarze Johannisbeere sowie Vitamin-C-Pulver/Granulat aus der Apotheke.
HALSSCHMERZEN: Vor allem durch Viren hervorgerufene Infektionskrankheiten sind häufig von Halsschmerzen und Schluckbeschwerden begleitet. Manchmal strahlen die Schmerzen sogar bis zum Ohr aus und die Lymphknoten können geschwollen sein. Bei Angina hingegen handelt es sich um eine eitrige, bakteriell infizierte Gaumenmandelentzündung, welche meistens plötzlich mit hohem Fieber, Kopf- und Schluckbeschwerden beginnt.

Je nach Wunsch des Kindes können Sie die Halsschmerzen warm mit einem Wolltuch bzw. -schal oder kalt z. B. mit einem kalten, feuchten Handtuch oder kaltem Topfen behandeln.
Das Auflegen eines Ölflecks (à la HNO-Facharzt Dr. Kürsten) über Nacht ist eine hilfreiche Erstmaßnahme: Dazu ein Küchenkrepp-Papier 2x falten und anschließend ein paar Tropfen nicht erwärmtes Speiseöl darauf geben. Das Krepp-Papier mit der öligen Seite auf den Hals legen, eine Plastikfolie (z. B. Tiefkühlbeutel, Küchenfolie) darüber geben und mit einem Tuch im den Hals fixieren.
Altersabhängig kann gegurgelt (ca. alle 2 Stunden) bzw. mit Eibisch, Kamille, Salbei oder Fertiglösungen aus der Apotheke gespült werden - das wirkt entzündungslindernd.
Lutschtabletten und Sprays enthalten schmerzstillende, desinfizierende und entzündungshemmende Substanzen (Kamille, Salbei,Kampfer, Eichenrinde etc).
Größere Kinder können mit Salzwasserlösung (auch in der Apotheke erhältlich) inhalieren.
HUSTEN: Durch Husten werden Schleim, Staub und Fremdkörper mit einem kräftigen Stoß aus den Atemwegen hinausbefördert. Der anfangs trockene Husten einer Erkältung wird nach 1-2 Tagen von zähem, schleimigem Auswurf abgelöst und heilt dann bald aus. Wiederholte, schwere Hustenanfälle, zwischen denen das Kind wieder unauffällig ist, kennzeichnen die schwere Bronchitis.

Wichtig ist, über den Tag verteilt, ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen. Spezielle Hustenteemischungen aus der Apotheke oder Holunderbeersaft lösen den Schleim. Die Luftfeuchtigkeit sollte mindestens 50% betragen.
Inhalationen mit Salzlösung oder Wasser versetzt mit Kräuterzusätzen wie Kamille, Thymian, Salbei etc. helfen beim Abhusten des Sekretes.
Trockener Husten kann mit sogenannten "Hustenblockern" bzw. Auflagen mit Senfmehl, Kartoffelbrei oder Heublumen, gemildert werden. Spezielle Lutschtabletten lindern den Hustenreiz.
In der Phase der Schleimbildung finden schleimlösende Präparate (z. B. mit Brech- und Haselwurz, Primel-, Seifen- oder Süßholzwurzel (Lakritze) Anwendung.
Hustendämpfende Mittel sollten dann verwendet werden, wenn die Nachtruhe durch den Husten stark beeinträchtigt ist. Sind die Atemwege verschleimt, sollte tagsüber auf diese Präparate verzichtet werden, da sie ein Abhusten des Schleimes verhindern.
Krampflösend wirken Fertigpräparate (Tropfen, Säfte, Lutschtabletten, Tee) mit Thymian, Sonnentau, Efeu und Pestwurz. Lokal reizmildernd wirken Eibisch, Isländisch Moos, Malve oder Spitzwegerich.
Erkältungsbalsam, welcher viel Menthol enthält, ist für Kinder unter 6 Jahren nicht geeignet. Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach für Kinder geeigneten Produkten.
Zwiebelwickel: 1-2 Zwiebeln klein schneiden, mit einer Gabel zerdrücken und kurz ohne Fett erhitzen. Dann auf ein Leinen- oder Baumwolltuch verteilen und in ein Geschirrtuch einschlagen. Temperatur überprüfen - auf die Brust legen und mit einem Tuch fixieren. Wenn der Wickel kalt ist, sollte er entfernt werden.
Auf das Rauchen sollte speziell in Gegenwart von Kindern verzichtet werden.
OHRENSCHMERZEN: Im Zuge einer Infektion (z. B. Erkältung) sowie durch Zahnschmerzen, Zugluft, kaltem Wetter oder Fremdkörper kann es zu Ohrenschmerzen kommen. Sind die Verbindungen zwischen Nasen- und Rachenraum und die Nasenschleimhäute krankheitsbedingt zugeschwollen, kann sich der durch die Infektion gebildete Eiter im Mittelohr stauen. Daraus kann sich sehr schnell eine fieberhafte Entzündung mit pochenden Schmerzen entwickeln. Da eine nicht ausgeheilte Mittelohrentzündung schwerwiegende Schäden verursachen kann, ist im Bedarfsfall eine adäquate Antibiotikatherapie notwendig - fragen Sie dazu Ihre(n) Kinderarzt/ärztin.

Im Frühstadium können Sie mit Rotlicht bestrahlen oder einen warmen Ohrwickel machen (eine Zwiebel klein schneiden, mit einer Gabel zerdrücken und kurz ohne Fett erhitzen. Dann auf ein Stofftaschentuch verteilen und in ein Geschirrtuch einschlagen. Temperatur überprüfen - auf das Ohr legen und mit einem Tuch fixieren). Wenn der Wickel kalt ist, sollte er entfernt werden.
Ohrentropfen sind, nach Absprache mit dem/der Kinderarzt/ärztin, nur bei Entzündungen des äußeren Gehörganges sinnvoll und müssen vor der Anwendung in der Hand erwärmt werden. Bei einer Mittelohrentzündung gelangen Ohrentropfen nicht bis an den Entzündungsherd - hier können eher abschwellende Nasentropfen die Schmerzen lindern.
Häufig finden entzündungshemmende Säfte oder Zäpfchen Anwendung.
Das Kind sollte den Kopf z. B. auf einer Wolldecke betten und nicht auf Daunen.
Mit Johanniskraut-, Nelken- oder Teebaumöl getränkte Watte kann vorsichtig im vorderen Gehörgang plaziert werden.
SCHNUPFEN: Bei Erkältungskrankheiten ist immer auch die Nase beteiligt. Die Nasenschleimhaut schwillt an und behindert so die Atmung. Durch das viele Schnäuzen ist der Nasenausgang und -rand häufig wund und entzündet. Wenn der Schnupfen abklingt, wird das Sekret eher dick und grünlich-schleimig.

Ein ansteigendes Arm- oder Fußbad (s.o.) beim ersten Nasenkitzeln kann den Schnupfen manchmal noch aufhalten.
Zungenbürstungen (2-3x/täglich) sowie Gurgeln mit Salbeitee sind zu empfehlen.
Als Teegrundlage eignen sich Holunderblüten, Hagebutten oder Huflattichblätter.
Auf Nebenhöhlen und Nacken können Sie heiße, feuchtwarme Kompressen mit Heilerde, selbst hergestelltem Kartoffelbrei, Leinsamen oder Heublumen auflegen. Auch eine Bestrahlung mit Rotlicht ist hilfreich.
Abschwellende und schleimlösende Präparate (Nasentropfen, -salben und -sprays sowie Säfte) schaffen Linderung, sollten aber nicht allzu häufig bzw. zu lange (max. 7-10 Tage) angewandt werden - fragen Sie dazu Ihre(n) ApothekerIn.
Sorgen Sie immer für frische Luft und hohe Luftfeuchtigkeit (z. B. durch Aufstellen einer Schüssel mit dampfendem Kamillentee).
Mit einer Majoran- oder Wundsalbe können Sie Nasenflügel und -rücken eincremen.
Kochsalz- oder Meersalzlösungen zum Inhalieren verwenden. Auch Meersalzsprays sind in der Apotheke erhältlich.
Rezepttipp der Ernährungswissenschafterin: "Hühnerkeulen mit Bandnudeln und Tomatensugo"

Zutaten für 2 Personen:
2 Hühnerkeulen (á ca. 150g)
1 EL Öl mit Buttergeschmack zum Anbraten
(Kräuter)Salz & Pfeffer
100g Bandnudeln
200ml Tomatensugo mit Basilikum

Marinade:
1 TL Olivenöl
1 TL Senf
(Kräuter)Salz
Pfeffer
Frische (oder tiefgekühlte) Kräuter nach Belieben z. B. Basilikum, Rosmarin

Zubereitung:

Hühnerkeulen waschen und trocken tupfen.
Eine Marinade aus 1 TL Olivenöl, 1 TL Senf, Basilikum und Rosmarin (frisch gehackt oder tiefgekühlt) sowie einer Prise (Kräuter)Salz & Pfeffer zubereiten.
Die Marinade anschließend unter die Hühnerhaut streichen, ev. noch mit ein paar frischen Basilikumblättern füllen und mit Zahnstochern befestigen. Außen das Huhn mit (Kräuter)Salz und Pfeffer würzen.
1 EL Öl in eine heiße (und beschichtete) Pfanne geben, die Keulen ca. 5 Minuten bei 2maligem Wenden anbraten. Anschließend die Hitze reduzieren und die Keulen je nach Größe rund 20 Minuten schmoren lassen. Wenden Sie die Keulen mehrmals, sodass diese schön gar werden und eine gleichmäßige Farbe bekommen.
Leicht gesalzenes Wasser zum Kochen bringen und die Bandnudeln nach Zubereitungsvorschrift kochen (ca. 5 Minuten). Währenddessen das Tomatensugo in einem kleinen Topf erhitzen.
Anrichten: Die Nudeln wie ein „Nest“ in der Mitte des Tellers platzieren, Tomatensugo darüber geben und die Hühnerkeule darauf setzen. Abschließend nach Belieben mit Basilikumblättern, Rosmarinzweigen und Cocktailtomaten dekorieren.
Nährwert:
Pro Portion ca.: 525 kcal; 38,1g EW; 26,0g Fett; 37,1g Kohlenhydrate

Wir wünschen Ihrem Kind gute Besserung!