Baby-Pflege

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Babyhaut stellt spezielle Ansprüche, da u. a. der Feuchtigkeitsgehalt der Haut höher und die Schweißbildung (Kühlung) vermindert ist. Weiters ist die Melaninbildung noch gering (daher fehlt der natürliche Sonnenschutz der Haut), die Talgdrüsen sind verkleinert (höhere Anfälligkeit gegenüber Reizstoffen wie Speichel, Exkrementen) und die Infektanfälligkeit ist erhöht (weil die Schutzbarriere "Haut" noch nicht ganz ausgereift ist).

Das erste Bad soll erst stattfinden, wenn der Nabel abgeheilt ist und keine Infektionsgefahr mehr besteht. Gewöhnlich reicht es das Kind 1 - 2 mal pro Woche zu baden. Prinzipiell sollten Sie sich ausreichend Zeit für die Babypflege nehmen, Ihr Kind genießt diesen Haut- und Sozialkontakt!

Die Wassertemperatur sollte bei 36-37°C und die Raumtemperatur bei 25 °C liegen.
Am Anfang genügen 5 Minuten Badezeit.
Für Babys unter 3 Monaten genügt pures Wasser; ältere Babys sollten mit milden und rückfettenden Badezusätzen (z. B. Cremebad) oder in Badewasser mit etwas Olivenöl gebadet werden.
Nach dem Baden das Kind gründlich, aber liebevoll abtrocknen und die bereits abgetrockneten Körperteile gut zudecken. Mit einer sanften, rückfettenden Babylotion eincremen und das Kind zügig anziehen.
An Tagen, wo nicht gebadet wird, genügt das Waschen mit Waschlappen und klarem, lauwarmen Wasser:

Das Baby nicht mit kalten Händen anfassen, ev. den Raum oder Waschplatz vor dem Ausziehen erwärmen, Zugluft vermeiden.
Die Haut nicht mit Seife oder alkoholhaltigen Kräuterauszügen abreiben, Creme- oder Puderreste vorsichtig mit Babyöl entfernen und mit warmem Wasser abwaschen.
Der Kopf soll anfangs auch nur mit klarem Wasser und einem weichen Lappen gereinigt werden. Babyshampoo soll erst verwendet werden, wenn das Kind ein richtiges Haarkleid aufweist.
Nach dem Waschen wieder gut und vorsichtig abtrocknen. Arme, Beine, Rumpf mit einer rückfettenden Lotion und den Po (sehr empfindlich) mit einer Salbe oder Paste eincremen. Bei leicht fettiger Haut genügt pudern. Die Ohren sollten sanft ausgewischt werden, am besten mit der Spitze eines Papiertaschentuches. Auf keinen Fall sollten Sie herkömmliche Wattestäbchen in den Gehörgang des Babys einführen (gilt auch für die Nase)!
Puder und Creme niemals gleichzeitig verwenden, die dadurch hervorgerufene Krümelbildung, kann Hautrötungen hervorrufen.
Bei Kindern mit empfindlicher und kranker Haut (Ausschläge, Ekzeme) ist eine spezielle Pflege notwendig:

Grundsätzlich ist die Verwendung von Arznei- und Körperpflegemitteln auf der Basis von reinen Natursubstanzen zu empfehlen, da synthetische Zusätze wie Konservierungs-, Aroma- und Farbstoffe ein Allergierisiko darstellen können.
Verwenden Sie spezielle Babypflegeprodukte wobei Cremen/Pasten nicht zu dick aufgetragen werden sollen.
Trockene, juckende Haut täglich mit einer Basis-Creme eincremen, unterstützt durch rückfettende und pflegende Ölbäder (parfümfrei; max. 35°C warmes Wasser).
Die Haut nach dem Waschen nur abtupfen und gleich eincremen.
Die verkrusteten Stellen bei Milchschorf können mit Babyöl aufgeweicht werden.
Wählen Sie luftige Kleidung aus Naturfasern (Baumwolle, Seide).
Dosieren Sie Ihr Waschmittel sparsam und spülen Sie die Wäsche mit klarem Wasser nach.
Weitere Tipps:

Die Gefahr, dass Ihr Kind vom Wickeltisch fällt können Sie vermindern, indem Sie sämtliche für die Babypflege notwendigen Utensilien in Griffweite positionieren.
Damit die Kleinen sich nicht zerkratzen ist regelmäßige Nagelpflege (Babyschere) notwendig.
Feucht- und Ölpflegetücher sind überwiegend parfümiert, oft klebrig bzw. ölig und hinterlassen häufig spür- und riechbare Spuren, deshalb sind sie auch nur bedingt zu empfehlen. Eine günstige und umweltfreundliche Alternative ist z. B. der Waschlappen.
Beim Mädchen immer von der Scheide zum Po säubern, damit keine Darmbakterien in die Scheide gelangen.
Bei Jungen darf in den ersten Lebensjahren die Vorhaut nicht zurückgeschoben werden. Sie ist noch unelastisch und könnte daher leicht verletzt werden, was in weiterer Folge zu Entzündungen führt.
Babyöle aus natürlichen Pflanzenölen (z. B. aus Avocado, Ringelblumen, Sesam) sind zu empfehlen. Produkte mit synthetischen Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe am besten meiden.
In den ersten 12 Lebensmonaten darf das Baby keiner direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden, weil der hauteigene Lichtschutzmechanismus noch nicht funktioniert und dadurch die Sonnenbrandgefahr hoch ist. Die Kleidung sollte lichtdicht sein, auf den Kopf gehört ein Sonnenhut. Unbedeckte Stellen sollen unbedingt mit speziellen Sonnencremen geschützt werden.
Im Winter sollten Sie eine wasserarme Wind- und Wettercreme (ebenfalls sparsam!) verwenden.